Pastor Erwin Jescheniak

* 20.02.1936, † 22.03.2026

Am 22.03.2026 ist Erwin Jescheniak, Pastor und Mitbegründer unserer Gemeinde in Hersbruck, im Alter von 91 Jahren von dieser Welt und aus seinem Dienst für den Herrn Jesus in das himmlische Reich heimgeholt worden.

Viele Jahrzehnte hat er die gute Nachricht, die ihn so tief berührt hat, durch sein Leben, sein Reden und sein Handeln weitergegeben. Sein Dienst als Pastor begann in Pfarrkirchen im erzkatholischen Niederbayern. Danach war er in Miltenberg tätig mit Stationen in Aschaffenburg und Wertheim, wo er 7 Jahre wirkte. Dann erhielt er die Berufung nach Nürnberg in die etablierte Brüdergemeinde am Verstnertorgraben.

Aus dieser Gemeinde heraus gründete er 1987 unsere Gemeinde in Hersbruck. Er hatte die Vision, aus einem kleinen Hauskreis in Hohenstadt Gemeinde zu bauen.

Gerne und dankbar schauen wir als Gemeinde zurück auf die Anfänge, auf die vielen Ermutigungen, Predigten, Bibelstunden und Lobpreisabende. Erwin war ein Mutmacher und Seelsorger, der auch in Krisenzeiten unsere Blicke auf Jesus lenkte, dem alles möglich war. Als weiser Seelsorger verurteilte er nicht, sondern half, dass Menschen sich zu Hause fühlten, Seine oberste Priorität war es, Gott, den Herrn und seinen Sohn Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes zu lieben, zu loben und anzubeten. Nach Hersbruck trat Erwin seinen letzten Dienst 1991 in Heiligenstadt an, wo er auch ein Haus gebaut hat. Der Dienst als Pastor war für ihn jedoch kein Job, den man so macht, nein er war Pastor mit allen Fasern seines Seins. Und das hatte auch kein Ende, als er in den Ruhe- stand ging, denn er gründete in Ebermannstadt noch eine Gemeinde, die er 10 Jahre lang begleitete.

Sein Vater wurde kurz vor Kriegsende eingezogen und seine Mutter flüchtete allein mit den Kindern im Februar 1945 bei eisiger Kälte in den Westen, aber die Flucht endete in einem Fiasko. Die Russen hatten sie in die Zange genommen und es blieb ihnen nichts anderes übrig, als den ganzen mühsamen Weg wieder zurückzugehen. Mit einem großen Flüchtlingstreck ging es später erneut Richtung Westen. Sie hatten viel Bewahrung erlebt, aber es haben sich bei Erwin viele schreckliche Bilder eingeprägt.

Nach dem Schulabschluss begann Erwin eine Lehre als Schmied. Im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen begann er mit einem Abendstudium, das er als examinierter Maschinenbautechniker abschloss. Sein erster Arbeitsplatz war in Frankfurt. Dort bekam sein Leben auch die größte und wichtigste Wende, denn er kam bei einer Evangelisationsveranstaltung von Jugend für Christus zum lebendigen Glauben. 1961 wurde er in der Brüdergemeinde Frankfurt getauft. Entscheidend für ihn war, dass sich ein Mensch von Gott geliebt weiß und dass sein Leben eine klare Perspektive mit Hoffnung hat.

In der Bibelschulzeit in Wiedenest lernte er seine Frau Rosi kennen, die er 1966 heiratete. In Pfarrkirchen wurden seine beiden Töchter Eliane und Livia geboren. Bis zum Schluss erzählte Erwin dankbar von seinen gläubigen Töchtern, Schwiegersöhnen und Enkelkindern. Erwin genoss sein Leben in der Familie und die gemeinsamen Urlaube in Kroatien.

Erwin lebte nach dem Motto „Das Höchste meines Lebens ist: Dich kennen, Dich lieben und Dir dienen, Herr!“ Dadurch war er vielen Menschen ein großes Vorbild – auch mir!

 

WM

mit Auszügen aus der Trauerrede von Pastor Dirk Zimmer, Heiligenstadt