{"id":4777,"date":"2020-07-03T15:54:10","date_gmt":"2020-07-03T13:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/?p=4777"},"modified":"2020-07-03T15:54:10","modified_gmt":"2020-07-03T13:54:10","slug":"notausgang-gemeinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/2020\/07\/03\/notausgang-gemeinde\/","title":{"rendered":"Notausgang Gemeinde"},"content":{"rendered":"<h4>Es kann wirklich schwer sein, Gemeinde zu lieben! Jeder Christ, der schon l\u00e4nger in einer lebt, wei\u00df dies.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>Die Gemeinde war schon immer ein kunterbunt gemischter Haufen an Menschen. Sie war niemals ideal. Niemals ein Traum. Das Neue Testament existiert letztlich, weil Gemeinden kompliziert und chaotisch waren. Eine Gruppe an Heiligen, die weiterhin mit ihren S\u00fcnden und Fehlern k\u00e4mpfen. Beeintr\u00e4chtigt von ihrer Umwelt, den verschiedenen Pr\u00e4gungen und nat\u00fcrlichen Voraussetzungen. <strong>Eine Gruppe zum Davonlaufen<\/strong>.<\/h4>\n<h4>Mit Schmunzeln auf dem Herzen muss ich dabei an die neuen Fluchtwege und Notausg\u00e4nge denken, die wir in den letzten Monaten an unserem Gemeindehaus ausgebaut haben. Vielleicht sind sie ein treffendes Bild f\u00fcr das, was wir manchmal gegen\u00fcber dem lebendigen Gemeindehaus Jesu empfinden, welches Er mit uns Christen baut. In seinem Haus machen wir Erfahrungen, bei denen wir doch am liebsten einen solchen Notausgang nehmen wollen w\u00fcrden.\u00a0<mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">Diese schwierige Zusammensetzung von Christen erscheint uns selten als herrlich.<\/mark>\u00a0Manchmal sticht uns mehr die S\u00fcnde des anderen ins Auge als die Herrlichkeit Gottes in ihm \/ ihr. Aktiver Teil dieser Gemeinschaft zu sein, bedeutet f\u00fcr uns viel Schwei\u00df, M\u00fche und Tr\u00e4nen. Deswegen w\u00fcrden wir manchmal lieber von ihr fl\u00fcchten, statt sie zu gestalten.\u00a0Dennoch hat Christus sich diese Gemeinschaft so erdacht. Und ich glaube, dass gerade in diesem herausfordernden Miteinander ein herrlicher Schatz liegt.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4><strong><u>Die Gemeinde, die wir nicht w\u00e4hlten<\/u><\/strong><\/h4>\n<h4>Die ersten J\u00fcnger Jesu konnten sich nicht einander aussuchen. Jesus selbst w\u00e4hlte sie (Joh 15,16). Sie haben sich einfach so zusammengew\u00fcrfelt wiedergefunden.\u00a0<mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">\u00a0Auch die erste Gemeinde Jesu hatte sich ihre Zusammensetzung nicht ausgesucht.<\/mark>\u00a0Sie wurde ebenso bunt zusammengew\u00fcrfelt: Juden und Heiden, gebildete und ungebildete, Sklaven und Herren, verarmte und Aristokraten, einstige Zeloten und Steuereintreiber, ehemalige Prostituierten und Gesetzeslehrer.<\/h4>\n<h4>Zugleich gab Jesus seinen ersten J\u00fcngern und dieser ersten Gemeinde <strong>ein unm\u00f6gliches Gebot: <\/strong>liebt einander (Joh 15,17). Diese Liebe zueinander sollte von Christus in dieser Welt zeugen (Joh 13,35) und ein sichtbarer Beweis f\u00fcr seine Existenz sein (1Joh 4,12). Rein menschlich gesehen, war das Gebot v\u00f6llig unm\u00f6glich.<\/h4>\n<h4>F\u00fcr dieses unm\u00f6gliche Gebot schuf Christus <strong>einen schier unm\u00f6glichen Kontext<\/strong>, um es zu erf\u00fcllen: die Gemeinde (Mt 16,18). Eine Gemeinschaft an S\u00fcnde-beladenen, fehlerhaften Individuen, die mit ihren unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Pr\u00e4gungen gemeinsam in einer Liebe leben sollen, die auf Christus zeigt.<\/h4>\n<h4>Zudem beauftragte Christus diese unm\u00f6gliche Gemeinschaft mit <strong>einer unm\u00f6glichen Mission<\/strong>: alle Menschen zu J\u00fcnger zu machen \u2013 das Evangelium einer Gott-ablehnenden, Christus-hassenden Welt zu predigen (Lk 21,17; Joh 15,18) und neu Glaubende zu lehren alle Gebote zu halten.<\/h4>\n<h4><mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">Unm\u00f6gliche Liebe, unm\u00f6gliche Gemeinschaft und eine unm\u00f6gliche Mission: dieser Plan war gef\u00fchlt von Anfang an zum Scheitern verdammt?<\/mark>\u00a0Wie sollte dies funktionieren, au\u00dfer, wenn ein Gott existiert, der das menschlich Unm\u00f6gliche m\u00f6glich macht?<\/h4>\n<h4>Und hier sind wir, 2000 Jahre sp\u00e4ter. Die unm\u00f6gliche Mission hat unm\u00f6gliche Gemeinschaften hervorgebracht, die den unm\u00f6glichen Auftrag Gottes \u201eEinander zu lieben!\u201c in dieser Welt immer noch leben. Hinter all den gemeindlichen Problemen, und diese sind unz\u00e4hlbar, muss etwas Wunderbares, \u00dcbernat\u00fcrliches am Werk sein, sonst w\u00e4ren wir nicht hier.<\/h4>\n<h4><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-large wp-image-4781\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27341%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20341%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27341%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/blog16-1024x341.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"341\" \/><\/h4>\n<h4><strong><u>Lieben bedeutet, wenn wir gar nicht wollen.<\/u><\/strong><\/h4>\n<h4>Und doch f\u00fchlt sich Gemeinde nicht wunderbar und \u00fcbernat\u00fcrlich an. \u201eDie Gemeinde\u201c, so wie wir sie erfahren, ist oft die mehr als unvollkommene lokale Gemeinschaft, zu der wir geh\u00f6ren. Sie besteht aus gew\u00f6hnlichen Menschen, die damit k\u00e4mpfen miteinander auszukommen, damit k\u00e4mpfen, was es bedeutet in einer sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Welt \u201eGemeinde zu sein\u201c, damit k\u00e4mpfend die unm\u00f6gliche Mission zu erf\u00fcllen.<\/h4>\n<h4>Dieser Kampf f\u00fchlt sich alles andere als wunderbar und \u00fcbernat\u00fcrlich an. Er ist erm\u00fcdend, ersch\u00f6pfend und frustrierend. Das K\u00e4mpfen l\u00e4sst in uns den Wunsch entstehen, aufzugeben. <strong>Doch sollten wir die Gemeinde genau an diesen Punkten nicht aufgeben!<\/strong> Es sind eben diese herausfordernden K\u00e4mpfe, die uns die M\u00f6glichkeit bieten, die menschlich unm\u00f6gliche Liebe Christi zu praktizieren,\u00a0<mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">den unsichtbaren Gott durch unseren mit Liebe erf\u00fcllten Kampf sichtbar zu machen.<\/mark><\/h4>\n<h4>Dem Neuen Testament zu Folge ist der Erfolg einer Gemeinde nicht an Mitgliederzahlen, dem Budget, dem Gottesdienstniveau, der Anzahl an Wundern, dem gesellschaftlichen Einfluss oder der Gleichen zu messen. Ihr <strong>Erfolg ist einzig und allein an der Qualit\u00e4t ihrer Liebe zueinander abzulesen<\/strong>. Gottes Wort stellt uns f\u00fcr die Messung des Erfolgs ein paar Parameter zur Verf\u00fcgung:<\/h4>\n<ul>\n<li>Einander ehren (R\u00f6m 12,10)<\/li>\n<li>Einander in N\u00f6ten helfen (R\u00f6m 12,13)<\/li>\n<li>Fr\u00f6hliche Gastfreundschaft leben (R\u00f6m 12,13)<\/li>\n<li>Sich mit dem Anderen mitfreuen (R\u00f6m 12,15)<\/li>\n<li>Mit dem Anderen mitweinen (R\u00f6m 12,15)<\/li>\n<li>Positive Harmonie mit dem Anderen suchen (R\u00f6m 12,16)<\/li>\n<li>Den Geringsten nicht verachten (R\u00f6m 12,16)<\/li>\n<li>Sich einander unterordnen (Eph 5,21)<\/li>\n<li>Einm\u00fctigkeit erstreben in Auseinandersetzungen (2Kor 13,11)<\/li>\n<li>Die eigene Freiheit zum Wohle des Anderen nutzen (Gal 5,13)<\/li>\n<li>Die Schw\u00e4chen des Anderen in Geduld und Freundlichkeit tragen (Eph 4,2)<\/li>\n<li>Die vielen S\u00fcnden des Anderen mit vergebender Liebe decke (1Pet 4,8; Kol 3,13)<\/li>\n<li>Einander zur Liebe anreizen (Heb 10,24)<\/li>\n<li>Die gemeinsamen Treffen nicht verpassen (Heb 10,25)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Wann und wo kannst Du diese Parameter erf\u00fcllen? Lies die Zeilen nochmal. Mir f\u00e4llt auf, dass sich diese Liebe vor allem in herausfordernden Situationen beweisen soll. Wenn es chaotisch, kompliziert und schwierig mit meinem Gegen\u00fcber wird, dann ist diese Liebe gefragt. <strong>Zu lieben, wenn mein nat\u00fcrliches ICH es eigentlich nicht will.<\/strong> Dadurch wird Christus sichtbar.<\/h4>\n<h4>Jesus gr\u00fcndet die Gemeinde nicht, um einen Ort zu schaffen, an dem deine Tr\u00e4ume wahr werden. Tats\u00e4chlich ist es ein Ort, an dem wir viele unserer Tr\u00e4ume hinter uns lassen m\u00fcssen. Was schwierig klingt, ist im Kern Gnade. Sind doch unsere Tr\u00e4ume meistens einfach nur selbsts\u00fcchtig und zerst\u00f6rerisch. Unsere pers\u00f6nlichen Erwartungen sind oft Tyrannen f\u00fcr Andere, weil diese sie nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Doch wenn wir zuerst auf das Wohl des Anderen bedacht sind, bauen wir ganz automatisch eine wunderbare und \u00fcbernat\u00fcrliche Gemeinschaft.\u00a0<mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">Jesus gr\u00fcndete Gemeinde, um einen Ort zu schaffen, an dem der Traum von dieser unm\u00f6glichen Liebe wahr wird.<\/mark>\u00a0Er wird wahr, wenn wir unsere eigenen Vorz\u00fcge und Erwartungshaltungen niederlegen. Dies schaffen wir nur, wenn wir <strong>stetig auf Golgatha schauen, dort wo Jesus f\u00fcr uns k\u00e4mpfte<\/strong>. Er fl\u00fcchtete vor diesem Kampf nicht durch einen Notausgang. Gemeinde leben bedeutet genau dies: jeden Tag zu sterben (1Kor 15,31). Unser Leben und all unsere Vorz\u00fcge f\u00fcr den Anderen niederzulegen (1Joh 3,16).<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><strong><u>Die Gemeinde als Notausgang<\/u><\/strong><\/h4>\n<h4><mark class=\"fusion-highlight light highlight1 awb-highlight-background\">Seit 18 Jahren lebe ich nun Gemeinde.<\/mark>\u00a0Wie ein Vollj\u00e4hriger mit seinen 18 Jahren wohl gen\u00fcgend Erfahrungen gesammelt hat, um zu entscheiden, ob er weiterhin bei seinen Eltern leben m\u00f6chte, habe ich ein ganzes Paket an Eindr\u00fccken \u00fcber christliche Gemeinschaft geschn\u00fcrt. Und ehrlich: <strong>Ich finde eine Unzahl an Gr\u00fcnden, um den Notausgang der Gemeinde zu bet\u00e4tigen.<\/strong> Zu fl\u00fcchten. Doch ich frage mich, ob dieses Gef\u00fchl aus einem selbstlosen, gottesf\u00fcrchtigen Herzen entsteht, oder nicht eher aus menschlichen Motiven. Entt\u00e4uschungen, Ruhelosigkeit, Unzufriedenheit, Burnout, Beziehungskonflikte und unerf\u00fcllte Erwartungen bringen doch eher dieses Gef\u00fchl hervor, als Gottes Geist. <strong>Jesus ruft mich nicht auf in der idealen Gemeinde zu leben. Jesus ruft mich auf in der Gemeinde zu leben in der ich bin.<\/strong><\/h4>\n<h4>Wenn Petrus sich nicht seine Mit-J\u00fcnger aussuchen durfte, mit denen er Gemeinde leben sollte, wie komme ich dann auf die Idee, dass ich es mir aussuchen k\u00f6nnte? Jesus tut es f\u00fcr mich. Er stellt uns dabei oft in die herausforderndste, chaotischste, unvollkommenste Gemeinschaft unter denen ich der gr\u00f6\u00dfte S\u00fcnder bin (1Tim 1,15). Warum? Damit wir eine unm\u00f6gliche Liebe praktizieren durch die Jesus Christus f\u00fcr meine Welt sichtbar wird. Ich glaube, wenn wir dies leben, werden immer mehr Menschen anfangen, die Gemeinde als den Notausgang f\u00fcr ihr kaputtes Leben zu entdecken \u2013 so wie in den ersten Gemeinden. <strong>Eine unm\u00f6gliche Liebe wird dann ganz real. <\/strong><\/h4>\n<h4>In den letzten Tagen verwende ich manchmal ganz bewusst daher die Fluchttreppe und den Notausgang unseres Gemeindehauses als Eingang \u2013 betend, dass mehr und mehr Menschen zu Jesus fliehen und wir sein Gebot erf\u00fcllen.<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"lazyload wp-image-1881 alignleft\" src=\"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP.png\" data-orig-src=\"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP.png\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"138\" srcset=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27138%27%20height%3D%27138%27%20viewBox%3D%270%200%20138%20138%27%3E%3Crect%20width%3D%27138%27%20height%3D%27138%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-srcset=\"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP-66x66.png 66w, https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP-150x150.png 150w, https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP-200x200.png 200w, https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/patchDP.png 300w\" data-sizes=\"auto\" data-orig-sizes=\"(max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/><\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>Daniel Pfeifer<\/h4>\n<h5>Gemeindereferent<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es kann wirklich schwer sein, Gemeinde zu lieben! 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