{"id":4204,"date":"2019-12-14T10:07:29","date_gmt":"2019-12-14T09:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/?p=4204"},"modified":"2019-12-14T10:07:29","modified_gmt":"2019-12-14T09:07:29","slug":"von-weihnachten-gelangweilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/2019\/12\/14\/von-weihnachten-gelangweilt\/","title":{"rendered":"Von Weihnachten gelangweilt"},"content":{"rendered":"<h4>\u2026!?\u00a0 Wenn Du mit \u201eJa.\u201c oder einem z\u00f6gerlichen \u201eNein.\u201c antwortest, dann ist vielleicht das Markus Evangelium genau das richtige f\u00fcr Dich. Wenn Dir Weihnachten und die ganze Stimmung drum herum schon jetzt zu viel sind, dann bist Du bei Markus gut aufgehoben. Er ist der Evangelist, der normalerweise in dieser Jahreszeit selten bis nie geh\u00f6rt wird. Mir wurde zu mindestens als Kind in meinem christlichen Elternhaus unter dem Weihnachtsbaum nie sein Evangelium vorgelesen. Auch kann ich mich nicht an irgendeine Weihnachtspredigt auf dessen Grundlage erinnern. Die anderen Evangelien beginnen mit einer detaillierten Beschreibung zur Geburt von Jesu (Matth\u00e4us &amp; Lukas) oder zu mindestens mit einer Erw\u00e4hnung und theologischen Erkl\u00e4rung der weihnachtlichen Geschehnisse (Johannes). Markus schenkt uns nichts von dem: keine lange Reise, kein Stall, keine Schafe, keine Hirten, keine Engel, keine Sterndeuter, kein Stern, kein schwangere Maria und dementsprechend auch kein Baby.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4><strong>Markus ein klassischer Weihnachtsmuffel<\/strong>? Wo ist all das ach so famili\u00e4re? Am Anfang des Markusevangeliums ist Jesus bereits ein Erwachsener Mann. Wir werden direkt in die Berichte \u00fcber seinen Dienst hineingeschuppst. Dieser Bericht ist dann auch noch sehr schnell und knapp hin zu dem Tod Jesu erz\u00e4hlt. Erst in Kapitel 6 pausiert die Erz\u00e4hlung ein wenig. Markus zoomt fast zum ersten Mal n\u00e4her in die Details von Geschehnissen im Leben Jesu hinein, als er uns eine indirekte Referenz zu der Geburt von Jesus und dessen Kindheit bietet. Es ist gerade diese Referenz, die uns einen ganz anderen Blickwinkel auf die Weihnachtsgeschichte er\u00f6ffnet. Einen ungew\u00f6hnlichen Blickwinkel.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>Markus erz\u00e4hlt uns: \u201eVon dort zog Jesus weiter und ging in seine Heimatstadt; seine J\u00fcnger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge vor vielen Zuh\u00f6rern. Und viele der Zuh\u00f6rer erstaunten\u201c (Mk 6,1-2a). Die Reaktion von den Bewohner Nazareths auf die Worte von Jesu war Erstaunen und eine aufgeregte Wucht an Fragen: \u201eWoher hat der Mann das alles? Wieso ist er so weise und klug? Warum kann er solche Wunder wirken?\u201c (Mk 6,2b) \u2013 Sie fragten sich dies tats\u00e4chlich. Verbl\u00fcfft. Vielleicht suchend nach dem Trick, nach einer logischen und plausiblen Erkl\u00e4rung. \u2013 Warum? Sie waren mehr als nur verwirrt dar\u00fcber, was sie von Jesu gesehen und geh\u00f6rt haben. Noch mehr und andersartig verwirrt als alle anderen Menschen vor ihnen, die Jesus erlebten. Ihr Unverst\u00e4ndnis wird mit ihren n\u00e4chsten Fragen erkl\u00e4rt, von denen sie glaubten, die Antwort schon zu wissen: \u201eIst er denn nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht auch seine Schwestern hier unter uns?\u201c (Mk 6,3) Die zu erwartende Antwort auf diese Fragen ist nat\u00fcrlich \u201eJa! \u2013 Ja er ist der Zimmermann, ja er ist der Sohn von Maria und ja!, wir alle kennen seine Geschwister.\u201c Die Bewohner von Nazareth k\u00f6nnen die famili\u00e4ren Fakten, die sie wissen, und das, was sie erstaunliches Erleben einfach nicht zusammenbringen. <strong>Selbstbewusst, wegen dem was sie wussten, waren sie verwirrt von dem, was sie nicht wussten.<\/strong> Also reagierten sie auf eine desastr\u00f6se Art und Weise: \u201eSo kam es, dass sie ihn ablehnten!\u201c (Mk 6,3)<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4><strong>Was hat dies mit deinem Advent und Weihnachten zu tun?<\/strong> Es ist der einzigartige Blickwinkel von Markus auf die Weihnachtsgeschehnisse. Seine Weihnachtsgeschichte erz\u00e4hlt uns folgendes: in wenigsten einer kleinen Stadt, war die Tatsache, dass Jesus als ein Baby geboren wurde und als gew\u00f6hnliches Kind aufgewachsen ist, keine <em>Ermutigung<\/em> im Glauben, sondern sogar ein <em>Hinderungsgrund<\/em> zu glauben. Wir glauben \u2013 berechtigterweise! \u2013, dass wir Jesus kennenlernen und famili\u00e4r mit ihm werden m\u00fcssen, um an Ihn glauben zu k\u00f6nnen. Aber in diesen Versen ist es genau dieses, was Menschen vom Glauben abhielt. Die Familiarit\u00e4t stand den Freunden von Jesus im Weg. Sie war ein Hindernis. Sie war N\u00e4hrboden f\u00fcr Geringsch\u00e4tzung.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>Vielleicht sind wir dieses Weihnachten in einer \u00e4hnlichen Situation? Jesus ist uns schon famili\u00e4r. Nein, wir sind niemals mit Ihm Barfu\u00df durch Nazareth gerannt. Nein, wir haben Ihn niemals daf\u00fcr bezahlt unser Dach zu decken. Nein, wir sa\u00dfen niemals bei Familienfeiern mit Ihm an einem Tisch. \u2013 \u2026und doch. Und doch sind wir eng mit Ihm aufgewachsen. Wir haben fr\u00fch gelernt, dass wir fast immer im Kindergottesdienst richtig liegen, wenn wir nur laut und schnell genug \u201eJesus!\u201c rufen, nat\u00fcrlich auf jede Frage. Wir haben Ihn ausgemalt und jede Geschichte von Ihm auswendig gelernt. Wir hatten ein klares Bild von Ihm. Jedes Jahr zu Weihnachten spielten wir sogar mit Ihm in der kleinen Holzgrippe. Er geh\u00f6rte schon immer zu unserer Familie. Er ist so \u2013 famili\u00e4r.<\/h4>\n<h4><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-large wp-image-4206\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%271024%27%20height%3D%27341%27%20viewBox%3D%270%200%201024%20341%27%3E%3Crect%20width%3D%271024%27%20height%3D%27341%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/blog8-1024x341.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"341\" \/><\/h4>\n<h4>C. Ryle schrieb einst: \u201e<em>Das Famili\u00e4re am Heiligen hat beim Menschen eine scheu\u00dfliche Tendenz dazu es zu verachten.<\/em>\u201c Es ist wahr. <strong>Es ist m\u00f6glich so famili\u00e4r mit Jesus zu sein, dass wir Ihn nicht kennen, weil wir glauben Ihn zu kennen<\/strong>. Jesus ist mehr zu unserer Kindergottesdienst-Antwort geworden. Wir haben Ihn in unsere Box des Bekannten und M\u00f6glichen gepackt, aber wir kennen Ihn nicht mehr als den v\u00f6llig umwerfenden, \u00fcberraschenden, erstaunlichen und wundersch\u00f6nen Herrn, der einen Anspruch auf unser Leben erhebt. Dem wir alles verdanken. Der uns allein unendliche Freude gibt. Der all unseren Lobpreis verdient. Familiarit\u00e4t mit Jesus, das Gewohnt sein von Ihm kann uns vormachen, dass wir schlie\u00dflich schon ganz genau Bescheid wissen. Vielleicht sind wir ja schon sogar gelangweilt von Ihm. Seinen Geschichten. Besonders von der, die diese Tage so oft erz\u00e4hlt wird: der Weihnachtsgeschichte.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>Wenn dies auf Dich zutrifft, lass es Dir ein sicheres Zeichen daf\u00fcr sein, dass Du Ihn nicht <em>wirklich <\/em>kennst. Zu mindestens noch nicht gut genug. Jesus kennen ist vielleicht ein bisschen so, wie den Mount Everest zu kennen. Ein Aufstieg auf den Everest muss angeblich alles haben, er begeistert Dich, \u00fcberfordert Dich, bringt Dich au\u00dfer Atem, erfrischt Dich, macht Dich sprachlos, l\u00e4sst Dich jubeln,\u2026 Du kennst ihn niemals wirklich, da gibt es immer mehr faszinierendes. Wenn Menschen vom Mount Everest gelangweilt sind, liegt es wohl eher daran, dass sie zu viele Fakten <em>\u00fcber<\/em> ihn in ihrem Wohnzimmer gelernt haben, statt ihn zu erleben.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4><strong>Familiarit\u00e4t muss nicht der N\u00e4hrboden f\u00fcr Geringsch\u00e4tzung sein.<\/strong> Stattdessen kann es der N\u00e4hrboden f\u00fcr Glauben sein: interessanterweise nennt uns Markus hier vier leibliche Halbbr\u00fcder von Jesus. Zwei von ihnen \u2013 Judas und Jakobus \u2013 schrieben sp\u00e4ter sogar Briefe des Neuen Testaments. Beide M\u00e4nner mussten als Br\u00fcder Jesus wohl so gut wie kaum jemand anders kennen. Ganz famili\u00e4r. Und doch beginnt Judas seinen Brief mit den Worten: \u201eJudas, ein Diener (wortw\u00f6rtlich: Sklave) von Jesus Christus!\u201c und Jakobus seinen Brief: \u201eJakobus, ein Diener (w\u00f6rtl.: Sklave) von Gott und dem HERRN Jesus Christus.\u201c (Jak 1,1) Ja, sie kannten Ihn von Kindesbeinen an. Ja, sie kannten sein Leben in und auswendig. Ja, sie waren tats\u00e4chlich seine Br\u00fcder. Aber sie lernten Ihn erst <em>wirklich<\/em> kennen als Meister und Herrn. In ihren Leben f\u00fchrte das gewohnte und famili\u00e4re zum Glauben. Je mehr sie kennenlernten, desto mehr sahen sie. Je mehr sie sahen, desto mehr beteten sie an. Je mehr sie anbeteten, desto mehr wollten sie Ihn kennenlernen.<\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>Das gleiche darf auch f\u00fcr uns wahr werden, wenn wir Jesus so sehen wie er wirklich ist. Das gleiche darf wahr sein in diesem Advent. Lasst uns erneut erstaunt sein \u00fcber das Wunder der Weihnachtsgeschichte. Im Himmel werden wir einmal vollst\u00e4ndig famili\u00e4r mit Jesus sein und tats\u00e4chlich wird sich niemals Langeweile breit machen. Jon Newtons dr\u00fcckt es folgenderma\u00dfen in seinem Lied \u201eAmazing Grace\u201c aus:<\/h4>\n<h4><em>Wenn wir einmal zehntausend Jahre dort gewesen sein werden,<\/em><\/h4>\n<h4><em>\u2013 Hell scheinend wie die Sonne, \u2013<\/em><\/h4>\n<h4><em>Werden wir keinen Tag weniger haben, um Gott zu loben,<\/em><\/h4>\n<h4><em>als wir es noch am ersten Tag hatten.<\/em><\/h4>\n<h4><\/h4>\n<h4>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Dir eine wunderbar famili\u00e4re<\/h4>\n<h4>und erstaunliche Adventszeit mit unserem HERRN!<\/h4>\n<h4><em>\u00a0<\/em><\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026!?\u00a0 Wenn Du mit \u201eJa.\u201c oder einem z\u00f6gerlichen \u201eNein.\u201c antwortest,  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4205,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4204","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4204"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4208,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4204\/revisions\/4208"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/efg-hersbruck.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}